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Holger

Seniorensmartphone "Doro Liberto 825" im Test

 

Testbericht Seniorenhandy „Doro Liberto 825“

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Wie es der Zufall so will, war ich auf der Suche nach einem Smartphone für meine 83jährige Mutter, als ich das Angebot bekam, für Handy-FAQ und somit für Doro das Liberto 825 zu testen.

Zunächst einmal heißt es natürlich nicht Seniorenhandy, sondern neudeutsch „Best Ager Smartphone“. Was der Zielgruppe wohl noch etwas „Restjugend“ suggerieren soll.
Der schwedische Hersteller Doro hat ein Smartphone auf den Markt gebracht, dass nicht durch seine technische Ausstattung hervorstechen soll, als vielmehr durch die gelungene Anpassung für lebensältere Nutzer.

Für mich (respektive meine Mutter) eigentlich total nebensächlich, aber für andere eventuell interessant, die rein technischen Daten:

  • Akku:                              2000 mAh
  • Ausstattung                    Touchscreen, Navigation (GPS), SD-Steckplatz, Kamera, MP3-Player
  • Betriebssystem:              Android 5.1.1
  • Datentransfer:                GPRS, EDGE, UMTS, HSPA, WLAN, LTE, Bluetooth
  • Displaygröße:                 5 Zoll
  • Frontkamera:                  2 MP
  • Hauptkamera:                 8 MP
  • Interner Speicher:           8 GB
  • Besonderheiten:             Seitliche Ladekontakte, rückwärtige Notruftaste
  • mehr Details hier...

 

 

Der Lieferumfang:

  • Smartphone Liberto 825
  • Docking-Station
  • USB-Netzteil
  • USB-Kabel (robuste und lange Ausführung)
  • Kopfhörer
  • Anleitung

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Nach dem Auspacken aller Teile und Kurzstudium der Anleitung, wird dem Nutzer klar, dass das Gerät zunächst aufgeladen werden muss. Das Smartphone besitzt zwar auch einen Mini-USB-Anschluss, lässt sich aber sehr viel bequemer über die Docking-Station aufladen. Seitlich besitzt das Doro drei Kontaktflächen mit denen es in die Ladeschale eingelegt wird. Bauform bedingt, lässt es sich auch gar nicht anders einlegen. Dadurch erspart man dem Nutzer die Fummelei am USB-Anchluss. Einmal eingelegt zeigt das Gerät den Ladezustand bzw. die aktuelle Uhrzeit an.

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Nach dem ersten Einschalten wird direkt eine Einrichtungsapp gestartet. Mit sehr einfachen Fragen und Antwortmöglichkeiten wird man durch den kompletten Einrichtungsprozess navigiert. Hier sind schon erste persönliche Anpassungen möglich. Gleich zu Beginn kann man beispielsweise die Schriftgröße einstellen. Sehr vorteilhaft, wenn der Nutzer schon optische Einschränkungen hat. Fremdworte oder Fachbegriffe werden bewusst vermieden. Selbst das Üben von Wisch- und Tippvorgängen wird angeboten. Leider wird an einigen Stellen das Eingeben von Text über die vergleichsweise mickrige Android-Standard-Tastatur notwendig. Hier wäre eine angepasste und größere Tastatur sinnvoll gewesen.

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Ist es grundsätzlich eingerichtet, so erscheint die spezielle Doro UI (Nutzer-Oberfläche). Hier können jetzt individuelle Einstellungen vorgenommen werden. Die einzelnen Punkte sind auf das Wesentlichste beschränkt und über große mehrfarbige Buttons erreichbar. Das typische Android-Einstellungsmenü wurde wohl bewusst etwas versteckt – ist aber erreichbar.

So kann man zum Beispiel die wichtigsten Kontaktpersonen als runde Buttons auf den Homescreen legen. Lautstärke, Hörgerätmodus, Farbanpassung und Notfalltaste können recht einfach eingestellt werden. Auch hier fallen die einfachen Begriffe und Auswahlmöglichkeiten positiv ins Auge. Selbst Fotografieren, Musikhören und Bildverwaltung sollte mit minimalem Geschick möglich sein.

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Leider werden aber zusätzlich installierte Apps nicht in das System eingebunden. Soll heißen, dass zum Beispiel WhatsApp seine vergleichsweise kleinen Bedienelemente behält.

Eine Besonderheit ist die Notruftaste auf der Rückseite. Diese muss mindesten für 3 Sekunden, oder aber 2x schnell hintereinander gedrückt werden, um versehentliche Auslösung zu vermeiden. Was beim Auslösen passieren soll, dass muss zuvor festgelegt werden. Es sind mehrere Szenarien möglich. Vorbelegt (und durchaus sinnvoll) ist das Senden einer SMS mit GPS Koordinaten an eine Empfängerliste. Es funktioniert tadelos, wenn der Sender GPS Empfang hat. Ansonsten kommt eben nur eine Notruf-SMS.

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Besonders sinnvoll ist auch der „Doro-Manager“. Hier kann das Smartphone auch per Fernwartung konfiguriert werden. Freunde oder Familienmitglieder (welchen man eingangs die Befähigung erteilt) können so das Gerät auch aus der Ferne rekonfigurieren.

 

Fazit:
Für den Preis von 265,- bis 329,- Euro (Stand 04.03.2016) erhält man ein Smartphone mit der Ausstattung eines Mittelklasse-Gerätes, aber mit einer nahezu genialen Oberfläche für Lebensältere Nutzer, die sicherlich auch den relativ hohen Kaufpreis begründet/rechtfertigt.
Was ich vermisse, das ist eine Art Kinderschutz, die das versehentliche Verstellen gänzlich unmöglich macht.

 

 

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bearbeitet von Holger

Super geschrieben !

Danke Holger.

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