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Lunchbox

Sony SmartWatch 3 - Offizieller Testbericht von Handy-FAQ.de

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Seit knapp 3 Wochen habe ich die Sony SmartWatch 3 in Verwendung und nun möchte ich auch ein paar Zeilen dazu schreiben, wie sich die Uhr im Alltag so schlägt, was gut gelöst wurde und was eventuell noch verbessert werden könnte oder sollte.

Beginnen wir mit dem Unboxing: bei der Verpackung hat sich Sony etwas ganz Spezielles einfallen lassen: statt eines normalen Kartons verwendet Sony einen durchsichtigen Kunststoffquader, in dem die Uhr stehend untergebracht ist.

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Unter dem abnehmbaren weißen Deckel finden sich noch einige kleine Heftchen zu hochinteressanten Themen wie Garantiebestimmungen, SAR-Werten und anderen Highlights.

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Leider wird kein Netzteil zum Laden mitgeliefert, sondern einfach nur ein sehr kurz geratenes USB-Kabel. Geladen wir die Uhr über die microUSB-Buchse auf der Unterseite, die von einem "Gummiverschluss" vor Feuchtigkeit geschützt wird (Ladedauer: ca. 40 Minuten). Die Gummiabdeckung hat eine Art Biegung, die das Öffnen erleichtern soll. In der Praxis gelingt dies auch ganz gut, nur das Anstecken des Ladekabels ist eine kleine Herausforderung und ziemlich umständlich. Wesentlich besser würde hier ein Magnetstecker oder überhaupt ein kabelloser Ladevorgang (Qi z.B.) passen.

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Dafür macht aber die Uhr sonst einen sehr wertigen Eindruck und darauf kommt es schließlich an. Zuallererst fällt natürlich das schwarze Armband auf, dass sich durch die Gummierung einerseits gut anfühlt und rutschfest ist, aber dafür sehr leicht Staub ansammelt. Die Weite/Größe des Bandes kann sehr leicht verändert werden, sodass es zu keinen Problemen beim Tragen kommt.

Die genauen technischen Daten habe ich hier kurz zusammengefasst, reinschauen lohnt sich. ;)

Als Herzstück fungiert das quadratische Display mit 1,6 Zoll Diagonale und einer Auflösung von 320x320 Pixel, das mich nicht wirklich begeistert hat. Wenn man gerade auf das Display schaut kann man eigentlich bis auf die teilweise blassen Farben nicht meckern. Neigt man den Arm jedoch nur ein kleines bisschen verändern sich sofort die Farben, Blickwinkelstabilität sieht definitv anders aus.

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Als Referenzgerät möchte ich die erste Galaxy Gear von Samsung nennen, die ich bereits im Dezember letzten Jahres testen durfte. Diese hatte ein hervorragendes AMOLED-Display mit Wahnsinnsfarben, dafür konnte die Uhrzeit nicht wie bei der SmartWatch 3 auch ohne Hintergrundbeleuchtung abgelesen werden (transflektives Display).

Die SW3 besitzt nur einen Button auf der rechten Seite, die restliche Bedienung erfolgt direkt über den Touchscreen oder über Bluetooth am Handy (es gibt auch eine eigene App für Android Wear).Softwareseitig kommt Android Wear zum Einsatz, das speziell für Wearables optimiert wurde (zur Software später mehr).

Der erste Eindruck ist durchwegs positiv, wobei sich zeigen wird, inwiefern das Display diesen Eindruck auf lange Sicht gesehen trüben wird. Immerhin ist die Uhr kein Schnäppchen und man darf einiges erwarten. :-)

bearbeitet von Lunchbox

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Wenn man die Uhr zum ersten Mal einschaltet, wird man umgehend darauf hingewiesen, dass man ein Telefon mit einer Android-Version ab 4.3, natürlich Bluetooth (im Idealfall 4.0 BLE) und der installierten Android Wear-App benötigt.

Am Smartphone werden beim ersten Start der App alle Wear-Geräte in der Nähe angezeigt. Nach einem Klick auf den richtigen Eintrag wird ein kurzes Tutorial zu Android Wear gezeigt (mehr zu Wear im nächsten Beitrag) und das Hauptfenster erscheint:

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Ganz oben natürlich ein Bild der verbundenen Uhr, darunter die Übersicht über die Apps, die bei gewissen Sprachkommandos aufgerufen werden ("Öffne Notizen" würde zum Beispiel Google Keep öffnen). Am Ende der Liste fndet sich ein Button, der in den Play Store führt und alle mit Wear kompatiblen Apps auflistet.

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Im Optionsmenü ist es außerdem möglich, das Handy mit einem neuen Wearable zu paaren, die aktuelle Verbindung zu trennen oder gänzlich zu verwerfen, sich Demokarten (Google Now) auf die SmartWatch senden zu lassen usw.

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An sich ist die App ein guter Anfang, aber noch lange nicht fertig. Das Zusammenspiel zwischen Galaxy Gear und Note 3 hat wesentlich besser funktioniert, zum Beispiel konnte man das Handy sperren lassen, wenn die Uhr außer Reichweite war. Android Wear ist aber noch ziemlich am Beginn der Entwicklungen, daher bin ich guter Hoffnung, dass solche Features ebenfalls noch Einzug halten werden.

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Android Wear:

Konfiguration zum Testzeitpunkt:

  • Smartphone: OnePlus One mit Android 4.4.4 (CyanogenMod 11s;Build-Nummer: XNPH44s)
  • Smartwatch: Sony SmartWatch 3 mit Android 4.4W.2 (Build-Nummer: KNX01V)

Kommen wir nun zu dem Punkt, auf den ich mich vor dem Erhalt der Uhr am meisten gefreut hatte und für den ich mich genauso wie für Android Auto interessiere: Android Wear. Dieses System wurde extra für Wearables wie Smartwatches optimiert und angepasst. Im Vergleich zum "normalen" Android ist das Interface wesentlich schlichter, die Navigation erfolgt hauptsächlich durch Sprachkommandos und Wischgesten (beides funktioniert übrigens wirklich gut).

Nachfolgend eine Auflistung von ein paar Dingen, die mir entweder aufgefallen oder anderweitig erwähnenswert sind:

  • Wischgesten: grundsätzlich erfolgt ein Großteil der Bedienung über Wischgesten. Von oben nach unten am Homescreen lässt sich zum Beispiel die Vibration der Uhr ein- bzw. ausschalten. Ein Wischvorgang von links nach rechts beendet die aktuelle App oder verlässt das aktuelle Menü. Aber auch Apps von Drittanbietern können darauf zurückgreifen (siehe Wear Mini Launcher ein paar Zeilen darunter).
  • Programme starten: ohne Apps von Drittanbietern und nur mit Bordmitteln gestaltet sich das Öffnen von Apps ziemlich umständlich und es bieten sich nur 2 umständliche Möglichkeiten: wenn man bei aktivem Display auf dasselbe klickt oder "Ok, Google" sagt wird automatisch die Sprachsuche gestartet. Mit "<Appname> öffnen" (deutsch) bzw. "open <app name>" (englisch) lässt sich das gewünschte Programm starten. Die zweite Möglichkeit greift ebenfalls auf die Sprachsuche zurück. Statt eines Kommandos wird aber nach oben gewischt. In der nun erscheinenden Liste gibt es ganz unten den Punkt "Starten...", der alle installierten Programme auflistet.
    Meiner Meinung nach wurde das ziemlich umständlich von Google gelöst und wird früher oder später sicherlich einfacher gestaltet. Bis dahin kann ich euch die App Wear Mini Launcher empfehlen, die mit einer Wischgeste eurer Wahl einen Launcher öffnet und dabei auch noch einige Konfigurationsmöglichkeiten bietet (Hintergrundfarbe, Aussehen der App-Liste,...).
  • Akku: die Akkulaufzeit der Uhr beträgt bei normaler Nutzung und aktiver Blutetoothverbindung mit dem Handy inkl. Google Fit & Co. 2 Tage, unter Umständen auch 2,5 Tage. Der Ladevorgang beträgt wie bereits erwähnt ca. 45 Minuten, die Ladebuchse befindet sich auf der Unterseite geschützt durch einen Gummiverschluss. Eigentlich ist eine Smartwatch ein kleines Smartphone, für mich aber hauptsächlich eine Uhr. Deshalb ist mir persönlich die Akkulaufzeit viel zu kurz und neben dem Display das zweite große Manko.
  • Screenshots: auf den Android-Smartphones ist das Erstellen von Screenshots mit Volume Down + Power sehr einfach, mit Android Wear ist das komplett anders. Zuerst muss man die Entwickleroptionen aktivieren (in den Einstellungen 7 Mal auf die Buildnummer klicken, zurück ins Menü wischen und in den Einstellungen die Entwickleroptionen anklicken. Dort gibt es den Punkt ADB-Debugging, der aktiviert werden muss (am PC muss das Android SDK installiert sein). Danach kann man mittels adb shell screencap -p /sdcard/screenshot.png den Screenshot erstellen und speichern, danach mit adb pull /sdcard/screenshot.png auf den eigenen Computer kopieren.
  • Watchfaces: die Watchfaces (Ziffernblätter) können einfach gewechselt werden, indem man lange auf den Homescreen drückt und sich ein (vorinstalliertes) Watchface seiner Wahl aussucht. Alternativ gibt es auch Watchfaces von Drittanbietern, die man im Play Store beziehen kann.
  • Optimierte Apps: einige Apps wie zum Beispiel Google Maps sind speziell für Android Wear optimiert. Aktionen wie die Navigation oder die Musikwiedergabe (über Bluetooth-Headsets) werden sozusagen von der Uhr gesteuert. Das Telefon kann dabei in der Tasche bleiben, was unter Umständen ziemlich nützlich sein kann. Während eines Meetings kann man auch ohne das Handy zu schauen entscheiden, ob die eingehende Nachricht sofort beantwortet werden muss. Die SmartWatch 3 ist dank integriertem GPS-Modul übrigens wirklich eigenständig dazu in der Lage, die Navigation zu übernehmen.
  • Benachrichtigungen:Benachrichtigungen vom Handy werden direkt auf die Uhr gepusht. Von der eingehenden WhatsApp-Nachricht bis zum Anruf des besten Freundes ist alles auf der Uhr ersichtlich. Mails & Nachrichten können außerdem direkt auf der Uhr gelesen werden und bei Bedarf auf dem Telefon geöffnet werden. Wenn man von links nach rechts wischt und die Benachrichtigung so zur Kenntnis nimmt verschwindet sie sowohl auf der Uhr als auch am Handy -> sehr praktisch!
  • Google Now: Ein weiterer zentraler Punkt von Android Wear ist die Integration von Google Now und die für den User relevanten Karten. Börsenkurse, Paket-Trackingnummern, Flüge, usw. landen alle automatisch in Google Now und auch auf der Uhr.

Um das Ganze etwas zu verdeutlichen habe ich auf Youtube ein sehr schönes Video gefunden, in dem Android Wear vorgestellt bzw. erklärt wird:

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Besonders erwähnenswert ist Google Fit. Die Uhr kann mangels Pulssensor sicher nicht einen vollständigen Fitnesstracker ersetzen, für die meisten Leute sollte es aber dennoch ausreichen. Ich bin auch kein Hobbysportler, Schrittzähler und Aktivitätscounter nutze ich aber trotzdem gerne.

In den ersten eineinhalb Wochen habe ich die Uhr ganz normal genutzt: die Schritte werden automatisch auf dem Display der Uhr angezeigt, man kann sich bei Bedarf auch die Schrittzahlen der vergangenen Tage und Wochen ansehen. Dann habe ich eines Abends etwas von Google Fit fürs Smartphone gelesen. Damit werden Aktivitäten automatisch erkannt und voneinander getrennt aufgelistet (Gehen, Laufen, Rad fahren,...).

Sowohl bei den Schritten als auch bei der Aktivität gibt es voreingestellte Tagesziele (10.000 bzw 1h), die man nach Belieben ändern kann. Während des Tages werden dann jeweils aktuelle Zahlen angezeigt, nach Erreichen eines Ziels bekommt man eine Benachrichtigung.

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Ein sehr nettes Feature und speziell in der Anfangszeit habe ich mich immer wieder dabei ertappt, wie ich öfters meine Fortschritte überprüft hatte. Zur Genauigkeit der Zahlen kann ich nicht allzu viel sagen (schließlich zähle ich meine Schritte nicht selbst ;)), die Richtung dürfte stimmen. Bei den Aktivitäten kommt es hin und wieder vor, dass zum Beispiel das Radfahren nicht erkannt wird.

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Zum Abschluss meines Testberichtes fasse ich die wichtigsten Dinge zusammen: die Haptik und Optik der Uhr ist einwandfrei. So und nicht anders muss eine Smartwatch aussehen. Dezent aber dennoch eigenständig, Hut ab, was Sony da nach der eher hässlichen SmartWatch 2 auf die Beine gestellt hat!

Es ist zwar gut, dass man das Armband wechseln kann, aber leider nur mit den Armbändern von Sony (bei anderen Smartwatches genügt ein 22mm breites Standardband). Aber das ist dann wohl der Preis, den man für das tolle Design zahlen muss.

Gestört haben mich das irgendwie schwache Display. Einerseits kann die Uhrzeit ohne Hintergrundbeleuchtung und demnach auch bei hellem Sonnenlicht problemlos abgelesen werden (falls es Custom-ROMs für die Uhr geben wird wäre das eine tolle Idee, die Beleuchtung auf Wunsch komplett abzuschalten und so eventuell noch einen Tag mehr Akkulaufzeit herauszuholen). Andererseits sind die Farben ein wenig blass, dies stört bei Weitem aber nicht so wie die hohe Blickwinkelabhängigkeit. Das Display ist für mich bei jedem Gerät (Handy, Uhr, Radio im Auto,...) ein sehr wichtiger Punkt. Natürlich könnte es hier wesentlich schlechter sein, aber auch besser (vor allem beim Preis von >220€). Die Akkulaufzeit von 2 Tagen ist für eine Smartwatch gut, aber auf jeden Fall noch verbesserungsbedürftig.

Gut gefallen hat mir dagegen Android Wear und die Smartphone-Verbindung. Bis jetzt wurden zwar nur wenige Features implementiert, aber ich bin mir sicher, dass da noch einiges folgen wird. Übrigens dürfen die Hersteller anders als bei den Smartphones nichts am System an sich ändern, was schnellere Updates zur Folge hat (vgl. Nexus-Smartphones).

Abschließend die Frage, die jeder für sich selbst beantworten muss: braucht man überhaupt eine Smartwatch? Ich kann nach 3 Wochen Nutzung nur eines sagen: nein. :-) Aber die diversen Funktionen und die gute Integration von Benachrichtigungen & Co. machen eine solche Uhr zu einem netten Begleiter, der nebenbei auch noch als Aktivitätstracker dient. In diesem Sektor dürfte sich in den kommenden Jahren noch einiges tun und obwohl ich Apple-Gegner bin traue ich mich zu behaupten, dass die kommende Apple Watch noch viel Bewegung in den Markt bringen wird.

Abschließend freue ich mich über eure Fragen zum Gerät und gerne auch Anregungen/Kritik zum Testbericht!

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